Der Alltag hat die Zeit zum Putzen und Aufräumen noch nicht frei gegeben, und es gibt bis heute viel Unerledigtes. Trotzdem war die Stimmung im Haus gut und fröhlich. Natürlich haben der Besuch unserer australischen Freunde Jane, David und William, sowie die Ankunft von Helga Karle sicher zu dieser ausgelassenen Stimmung beigetragen.  Besuche bringen immer eine gewisse Unruhe und Ausgelassenheit mit sich.

Aber ich spürte, dass die "Sachham-Familie" zusammen gewachsen ist und sich versucht zu festigen.


Malika, die Leiterin vor Ort, und ich haben mit allen gesprochen. Mit den Studenten stellten wir gemeinsam Regeln auf. Malika und ich erklärten ihnen, was wir von ihnen erwarten und wir fragten sie auch, was sie für Bedürfnisse und Wünsche haben. Wir baten die Studenten und Studentinnen selbst aufzuschreiben, welche Punkte für sie wichtig sind in unserer Hausordnung und unseren Regelungen des Zusammenlebens. Solches Vorgehen ist in Nepal neu und muss gelernt werden. Mit den Müttern führten wir ebenfalls Gespräche über ihre gegenwärtige und zukünftige Situation. Wir möchten sie einerseits fördern und andererseits müssen sie eine realistische Einstellung zum Leben bekommen. Also kurz gesagt: Sie müssen arbeiten gehen und versuchen, nach einer gewissen Zeit, selbständig zu werden.


Das ist nicht immer einfach und im Alltag sieht vieles anders aus.


Vor allem sind die ganz verschiedenen Hintergründe der Mütter nicht leicht, im Zusammenleben, in einen gewissen Einklang zu bringen. Für uns ist es aber wichtig, dass sie sowohl ihre eigenen Sitten und Bräuche beibehalten können, jedoch auch lernen, andere Ethnien und Bevölkerungsgruppen mit deren Bedürfnissen kennen zu lernen und zu akzeptieren. Das gleichberechtigte Zusammenleben und die  Akzeptanz der und des ‚Anderen’ ist in Nepal bis heute eine große Schwierigkeit.


Wenn jemand aus seiner Familie ausgeschlossen wird, hat er in der Regel keine Chance, einen wirklichen Ersatz zu finden. So vermeiden viele jede Auseinandersetzung mit dem Elternhaus und bleiben unselbständig. Das geht oft bis ins hohe Alter so weiter und wenn einmal der Vater stirbt, so weiß der Sohn, der dessen Stelle übernehmen muss, gar nicht, wie er seine "Sippe" führen muss.


Auch im "Haus Sachham" werden wir noch viel verbessern müssen. Die Kinder haben jetzt zu essen, sie haben Kleidung und sie haben ein Bett. Was jetzt mindestens so wichtig ist, ist die psychologischen Zusammenhänge besser zu erfassen. Und dazu gibt es in Nepal wenig brauchbare Hilfe. Die Kinder müssen viel Liebe erhalten und Vertrauen aufbauen können. Sie wollen aber auch von uns Grenzen spüren. Hier in Nepal wird viel verschwiegen, über Vieles spricht man nicht. Die Kinder vernehmen zwar dann und wann etwas hinter vorgehaltener Hand, wissen aber nicht recht, um was es geht. Das macht ihnen oft grosse Angst, und sie verhalten sich verschlossen, aggressiv oder ohne Verständnis.
 
Mit den Studenten habe ich viele Stunden über die Situation in ihren abgelegenen Dörfern gesprochen. Zum Teil waren diese jungen Männer viele Jahre nicht mehr zu Hause bei ihren Familien. Durch die, nach dem Inkrafttreten der Verfassung, aus politischen Gründen, aktuell schwierige Situation an der Grenze zu Indien hat ein Student – obschon er ein grosses Stück Weg mit dem Flugzeug zurücklegte – eine Woche gebraucht um sein Dorf zu erreichen.


Einer dieser jungen Männer besuchte sein Dorf, weil sein Vater es so wollte. Er möchte seiner Familie etwas "bringen" von der fernen Welt Kathmandu. Er erzählte mir, wie er im Dorf mit diesen "alten" Männern schon reden wolle...


Ich versuchte, ihm die Welt seines Vaters etwas aufzuzeigen, obschon ich ja auch keine Ahnung habe von der unglaublichen Armut in diesen Dörfern. Ich habe einmal eine Woche lang so abgeschieden gelebt und kenne es nur aus dieser Zeit. Es wird Jahrzehnte brauchen, bis auch die abgelegenen Dörfer von Nepal sich der heutigen Zeit angepasst haben werden. Also bat ich ihn, geduldig zu sein mit seinen Dorfgenossen, und vor allem mit seinem Vater. Obschon ich es gut finde, dass sich junge Menschen hier Gedanken machen und nicht einfach alles akzeptieren. Die Welt von Kathmandu und die Welt der kleinen abgelegenen Dörfer lassen sich nicht miteinander vergleichen – jedenfalls jetzt noch nicht.


Aber es braucht vor allem viele junge Menschen, die ein neues – nicht korruptes – Nepal aufbauen. Menschen, die Selbstvertrauen haben, das Wissen haben, ihre Kultur behalten und bejahen können, aber sich auch mit neuzeitlicheren Formen auseinandersetzen und sich entwickeln möchten.


An diese Zukunft Nepals glaube ich, und ich möchte gerne mithelfen – auch wenn es nur möglich sein könnte, wenigstens einen kleinen Teil dieser Hoffnung erfüllen zu können.
Seit dem ich diesen Bericht schrieb, konnten wir die vier Kinder, die seit dem An-fang mit uns leben, mit ihrer psychisch schwer erkrankten Mutter zusammenführen. Sie ist nach dem Tod ihres Mannes krank geworden und war nicht mehr in der Lage, zu ihren Kindern zu schauen. Ich kann meinen Eindruck nur so formulieren: ‚Diese Begegnung war für uns alle sehr traurig, weil es der Mutter noch nicht gut geht. Aber das Treffen wird viel zu einer Entspannung und einem besseren Leben der Kinder beitragen.’ Wir werden uns sicher wieder sehen. Zudem kauften wir der Mutter ein Handy, damit sie hie und da mit ihren Kindern telefonieren kann.
    
Mein herzlicher Dank geht an alle, die mich seit Jahren unterstützen, und ich freue mich auch, wenn ich weiterhin mit Ihrer/Eurer Hilfe rechnen kann. Ohne Ihre/Eure Unterstützung kann sich unser Projekt nicht weiter entwickeln.

 

Kathrin Baumgartner

(Vizepräsidentin)

 

NewsArchiv 2015

Kathmandu, 23. November 2015

Projektbericht

 

Ich kam am Freitag, 18. September 2015 in Kathmandu an. Die Bewohner/Innen von Sachham waren nach dem Erdbeben vom Frühjahr erst kurze Zeit vorher in "unser" gemietetes Haus zurückgekehrt. Der oberste Stock – wo ich vor dem Erdbeben wohnte – lag verlassen und unter einer dicken Staubschicht vor mir. Auch die umgefallenen Tassen fand ich noch so vor, wie ich sie verlassen hatte.

Riehen, 25. November 2015

Mein Aufenthalt in Kathmandu

 

Am 29. September bin ich in Kathmandu gelandet, verspätet und mit total durchnässtem Gepäck, das stundenlang in Istanbul im Regen stand.

Wir haben dann im Hof unseres Hauses alles ausgepackt und auf die Leinen gehängt. Es war ein fröhliches Wiedersehen nach 6 Monaten. Alle haben sich sehr zu ihrem Vorteil verändert – trotz Erdbeben.

Wir haben nun ein kleines „Haus“ bauen lassen, d.h. zwei Räume mit einem Wellblechdach, das bei einem erneuten Erdbeben als vorübergehende Notunterkunft dienen kann. Momentan wohnt dort Kathrin in einem Raum, der andere dient als „Spielzimmer“.

Leider macht sich überall die Treibstoffkrise bemerkbar. Die Grenze zu Indien ist durch eine Blockade unpassierbar. Ausgelöst hat die Krise ein Aufstand im Süden, der sich gegen Nepal‘s neue Verfassung richtet. Die Volksgruppe der Madhesi, die in Nepal wie in Indien leben, fühlt sich durch den Zuschnitt neuer Provinzen benachteiligt und politisch nicht genug vertreten. Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften starben seit Ende August Dutzende Menschen. Alles liegt lahm im Himalaya-Staat zwischen Indien und China. Das kleine Land in den Bergen fühlt sich durch den grossen Nachbarn stranguliert. Medikamente, Lebensmittel, Gas, Treibstoff sind erheblich teurer und vieles ist nicht mehr verfügbar. Hotels schliessen ihre Küchen, Restaurants schränken ihre Öffnungszeiten bzw. Menus ein, Schulen bieten kein Mittagessen mehr an für die Kinder, Krankenhäuser müssen Abteilungen schliessen und die medizinische Versorgung einschränken. Vielerorts, und auch bei uns, wird wieder auf Holzfeuern gekocht weil kein Propangas zur Verfügung steht. Man sieht kaum noch Autos auf den Strassen, nur noch total überfüllte Busse – die Leute sitzen auf den Dächern.

Das hatte auch direkte Auswirkungen auf uns, als ein Kind – Pabitra – mit Verdacht auf Meningitis ins Krankenhaus gebracht werden musste. Es war kein Taxi zu finden, da hat sich ein Nachbar bereit erklärt, sie mit dem Motorrad zu fahren. Glücklicherweise hat sich der Verdacht nicht bestätigt, und sie konnte nach 5 Tagen Antibiotika-Gabe wieder nach Hause.

Wir hatten auch Besuch aus Australien, die Familie Gilbert, die uns seit einem Jahr sehr grosszügig unterstützt. Zusammen sind wir in den Gorkha Distrikt gefahren, wo das Epizentrum des Erdbebens lag. Nach den Aufräumarbeiten liegen nun überall die Überreste der Häuser auf Haufen. Es werden einfache Häuser gebaut aus Bambus, Lehm und Wellblech. Die Internationale Hilfe sei angelaufen, hören wir. Allerdings geht die Hilfe nur so weit, wie die Strassen reichen. In abgelegenen Gegenden sieht es wohl noch sehr schlimm aus. Die Menschen haben kein Dach überm Kopf, die Ernte verloren und oft auch noch das Vieh. Der bevorstehende Winter wird die Situation noch verschärfen.

Da einige unserer Studenten aus diesen Gegenden stammen, haben wir beschlossen, die als Erdbebenhilfe eingegangenen Spendengelder an diese Familien zu geben, damit sie ihr Elternhaus wieder aufbauen können.

Mittlerweile ist unsere kleine „Familie“ gewachsen auf insgesamt 22 SchülerInnen und StudentInnen sowie die 4 Kinder und zwei Mütter mit ihren 5 Kindern. Nicht alle StudentInnen wohnen in unserem Haus, einige wohnen zuhause oder in einem Hostel. Für alle unsere „Familienmitglieder“ bieten wir nun Patenschaften oder Teil-Patenschaften an. Wir würden uns freuen, wenn wir euch nähere Informationen zukommen lassen dürften. Die Patenschaften laufen je nach Alter und Ausbildung mindestens 3 Jahre.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die bisherige Unterstützung und hoffen, dass wir auch weiter auf euch zählen dürfen.

Helga Karle

(Präsidentin)

Riehen, 31. Mai 2016

Jahresbericht 2015

 

Das Jahr 2015 war geprägt durch das schwere Erdbeben am 25. April und dessen zahlreiche Nachbeben. Kathrin war zu diesem Zeitpunkt noch im Haus und hat alles miterlebt.

Die ersten Tage und Nächte haben alle im Hof unter Zeltplanen zugebracht, danach in einem Zelt bis wir schlussendlich in eine Wohnung unseres Vermieters umziehen konnten. Dort hat die Sachham Familie auf sehr engem Raum zusammengewohnt bis unser Haus repariert war. Es sind Gott sei Dank keine grossen Schäden am Gebäude entstanden, und es waren NUR Platten zu ersetzen, Risse zu schliessen und ein grosses Loch im Treppenhaus, verursacht durch das Nachbargebäude, das gegen unser Haus „gefallen“ war.

Wir hatten das Haus und die Räumlichkeiten Anfang des Jahres gerade neu eingerichtet mit Betten und Mobiliar – das war nun fast alles zerstört. Wir haben gerettet, was zu retten war.

Kathrin hat dann die Trauma-Behandlung der Familienmitglieder übernommen, denn es standen alle unter Schock.

Im Herbst haben wir uns in unserem Haus mit unseren Australischen Freunden getroffen, die uns seit Gründung des Vereins sehr unterstützen. Es war eine recht fröhliche Zeit mit Spielen und Ausflügen. Zusammen mit allen Kindern haben wir einen Freizeitpark besucht und hatten einen recht ausgelassenen Tag.

Ein älterer Student hat uns dann ein paar Tage begleitet als wir in das Erdbebengebiet im Gorkha-Distrikt gefahren sind. Wir haben das Dorf eines Studenten besucht und seine Mutter, die in einem Wellblech-Haus gelebt hat. Wie viele Häuser in dieser Region, ist der kleine Bauernhof zerstört worden. Wir haben beschlossen, ihr beim Wiederaufbau des Hauses finanziell zu helfen.

Im Mai/Juni durften wir sehr viele Spendengelder für die Erdbebenhilfe erhalten. In Nepal haben wir im Herbst gemeinsam beschlossen, mit dem Geld den Familien unserer Mütter und StudentInnen zu helfen, denn viele stammen aus der vom Erdbeben stark betroffenen Gegend. Ausserdem haben wir ein Behindertenheim, ein Blindenheim und andere soziale Einrichtungen in Kathmandu unterstützt, um mit dem Notdürftigsten zu helfen.

Das nächste grosse Problem stellte die Schliessung der Grenze zu Indien dar. Die Volksgruppe der Madhesi war mit der neuen Verfassung des Landes nicht einverstanden und hat protestiert. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstandes an der Südgrenze des Landes, haben diese aus Protest die Grenzübergänge besetzt. Es kamen kein Treibstoff, kein Gas zum Kochen, keine Medikamente und keine Lebensmittel mehr ins Land. In der Folge wurden das Benzin und das Gas rationiert, die Preise für Lebensmittel schossen in die Höhe. Die Menschen mussten wieder auf Holzfeuern kochen, viele Restaurants, Schulen und Krankenhäuser mussten ihre Küchen schliessen. Das hat auch uns betroffen, die Lebenshaltungskosten haben sich beträchtlich erhöht, auch wir mussten im Hof auf einem Holzfeuer kochen. Es wurde alles verbrannt, was es zu verbrennen gab (z. B. alte Möbel etc.).

 

Im November konnten wir dann dank Spendengeldern Sonnenkollektoren auf dem Dach montieren. Nun haben wir zumindest eine brennende Lampe auf jedem Stock und teilweise warmes Wasser.

Auf der positiven Seite ist es erfreulich zu sehen und mitzuerleben, wie die bunt zusammengewürfelte „Familie“ in unserem Haus zusammenwächst. Sie kommen alle aus sehr unterschiedlichen Regionen und Ethnien und haben ausnahmslos eine schwere Vergangenheit. Es dauert eine Zeit bis jedes Familienmitglied seinen „Platz“ gefunden hat. Unsere „Familie“ umfasste zum Jahresende 2 Mütter, 9 Kinder und 14 SchülerInnen/ StudentInnen. Ausserdem haben wir stundenweise eine Lehrerin und eine Putzhilfe eingestellt.

Malika ist die Managerin in Kathmandu und kümmert sich um alle Belange, hält den Kontakt zu den Schulen/Colleges und macht auch die Buchhaltung. Für 2016 werden wir stundenweise einen Buchhalter einstellen, denn die Anforderungen wachsen.

Kathrin Baumgartner war wieder fünf Monate in Kathmandu (zwei Monate im Frühjahr und drei Monate im Herbst), ich selbst drei Wochen im Frühjahr und dann nochmals im Herbst.

In Riehen haben wir uns fünfmal zu einer Vorstandsitzung getroffen. Daneben haben viele telefonische Besprechungen stattgefunden, auch via Skype mit Malika und den Kindern/Studenten in Kathmandu. Wir waren auf zwei Flohmärkten vertreten, und Schülerinnen haben an verschiedenen Veranstaltungen in ihrer Schule Spenden gesammelt.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Vorstandsmitgliedern und allen freiwilligen Helfern ganz herzlich bedanken, insbesondere bei Kathrin Baumgartner, die während fünf Monaten das Projekt in Kathmandu betreut hat.

Mein herzlicher Dank geht vor allem auch an alle Mitglieder, Spenderinnen und Spender für die finanzielle Unterstützung. Nur dank ihnen war es uns möglich, dieses schwierige Jahr zu meistern und die dringend benötigten Ausbildungshilfen an Studentinnen und Studenten weiter zu führen und weitere Jugendliche in das Projekt aufzunehmen. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch weiterhin unterstützen.

 

Helga Karle

(Präsidentin)

 

 

 

PS:  Wir bieten auch Patenschaften für unsere „Familienmitglieder“ an und geben Ihnen gerne nähere Informationen. Bitte wenden Sie sich an Kathrin Baumgartner oder an mich.

Riehen, 5. Mai 2015

Das Erdbeben

 

Liebe Freunde und Bekannte,


am 1. Mai ist Kathrin Baumgartner aus Kathmandu zurück gekommen. Sie hat das schwere Erdbeben vor Ort erlebt - zusammen mit all den Kindern und Erwachsenen in unserem Haus. Ihre Erinnerungen sind immer noch sehr lebendig, und es braucht viel Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde. Während der schweren Nachbeben haben alle draussen geschlafen, es hat geregnet und war kalt. Freunde haben uns dann ein Zelt geschenkt und eine Wasseraufbereitungsanlage. Nach einer Woche konnten alle in eine kleine Wohnung umziehen, wo jetzt 3 Erwachsene, 2 Studentinnen und 9 Kinder in zwei Zimmern wohnen. Die Schulen bleiben noch zwei weitere Wochen geschlossen. Das ist eine grosse Herausforderung für alle in diesen beengten Verhälltnissen.


Unser Haus wurde zwar beschädigt, doch es kann repariert werden. Der Vermieter hat versprochen, die nötigen Arbeiten so bald als möglich zu veranlassen.


Im Vergleich dazu sind die Menschen in den Dörfern in abgelegenen Gegenden viel schlimmer betroffen. Vor allem Gegenden, die für den Tourismus nicht relevant sind, werden vorerst wohl kaum mit Hilfe rechnen können.


Fast alle unsere Studenten und Mütter kommen aus solchen Dörfern. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir diesen Dörfern helfen möchten. Wir werden die einzelnen Situationen vor Ort von uns bekannten Personen überprüfen und mit Fotos belegen lassen. Die Hilfe wird ebenfalls durch diese Personen koordiniert und überwacht werden. Im September reisen Kathrin und ich wieder nach Nepal, um uns persönlich über den Fortschritt der Hilfsmassnahmen zu informieren.

Neben dieser Hilfe für die Erdbebenopfer wollen wir aber unsere eigentliche Aufgabe nicht aus den Augen verlieren, denn die Studenten, Mütter und Kinder brauchen nach wie vor unsere Hilfe.

Gerne bieten wir Patenschaften an und geben euch nähere Informationen über die einzelnen Mitglieder unserer Sachham-Familie.


Wir freuen uns über jegliche Hilfe und Unterstützung.

Helga Karle

(Präsidentin)

Riehen, im Januar 2015

Statusbericht

 

Im Sommer letzten Jahres haben Kathrin Baumgartner, Dr. Ruth Gonseth und ich den Verein Sachham gegründet und seither schon einiges bewegt:


Im August konnten wir in Kathmandu den Verein gründen, und er ist dort gemeinnützig anerkannt, d.h. wir brauchen keine Abgaben an den Staat zu leisten. Auch von Basel Stadt und Basel Landschaft sind wir mittlerweile als gemeinnützig anerkannt worden.


Im November haben wir ein Haus in Kathmandu angemietet und mit dem allernötigsten Mobiliar (Betten, Tische, Stühle) ausgestattet. Ein Hotel hat uns freundlicherweise die gesamten Vorhänge zur Verfügung gestellt.


Es wohnt bereits die „junge Familie“ dort, das sind die vier Kinder im Alter von 2 – 8 Jahren, die wir im August notfallmässig aufgenommen haben. Der Onkel hat die Kinder auf einer 5-Tagesreise von ihrem Heimatort im westlichen Landesteil nach Kathmandu gebracht, weil der Vater Selbstmord begangen hatte und die Mutter psychisch krank wurde. Sie kam mit der Situation nicht zurecht und ist immer noch in einem Kloster in Behandlung. Wir hatten damals eine Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern gefunden, die sich bereit erklärt hatte, sich um die Kinder zu kümmern.


Diesen Monat ist eine weitere Mutter mit drei Kindern eingozogen und zwei junge Frauen, die im Frühjahr ihr Studium aufnehmen wollen. Auch wohnt eine Englischlehrerin im Haus, sie übernimmt für uns die administrativen Aufgaben und die Hausaufgabenbetreuung der Kinder.


Ein Geschwisterpaar wird ebenso im April mit der Berufsausbildung beginnen. Diese beiden leben zuhause, und wir bezahlen ihnen die Ausbildung, denn die Eltern können nicht dafür aufkommen, sie arbeiten beide in der Teppichfabrik.


Von einem anderen Heim haben sich drei junge Männer gemeldet (die Kathrin persönlich kennt) und um Unterstützung bei der Ausbildung gebeten.


Unsere Aufgabe ist es nun, einen Vertrag aufzusetzen, der unsere Zusammenarbeit mit den Studenten regelt und die Rückzahlung des „Stipendiums“, das sie von Sachham erhalten. Auch möchten wir festschreiben, dass die jungen Leute, die von uns ein „Stipendium“ erhalten, mindestens zwei Jahre nach Beendigung der Berufsausbildung in Nepal bleiben und arbeiten werden.
Kathrin Baumgartner fliegt am 27.2. wieder nach Kathmandu, ich selbst am 10.3. Momentan ist eine Bekannte dort und kümmert sich in unserem Namen.


Nach meiner Ankunft in Kathmandu werde ich Kontakt zu staatlichen Schulen/Ausbildungszentren aufnehmen, deren Abschluss in Nepal allgemein anerkannt ist. Wir möchten reduzierte Aufnahme- und Schulgebühren für unsere Studenten verhandeln. Auch stehe ich in Kontakt mit Helvetas in Kathmandu.

Helga Karle

(Präsidentin)

August 2015

Profax Bildungspreis für Sachham

 

Die in Nepal tätigen Vereine Sachham und Shanti Med Nepal erhalten die diesjährige Auszeichnung der Profax-Stiftung für herausragende Bildungsleistungen zugesprochen. Die Vereine sind in der Berufs- und höheren Bildung sowie der medizinischen Unterstützung tätig. Letztere Organisation fördert zusätzlich die selbstbestimmte Entwicklung in einem ehemaligen Leibeigenendorf. Stiftungsratsmitglied Daniel Aufschläger überreichte den mit 20'000 Franken dotierten Preis am 27. August an einer Feier im asiatischen Kulturzentrum Songtsen House in Zürich-Albisrieden.

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